…und manchmal findet man Edelsteine doch wie Sand am Meer. Sie glitzern und funkeln, bringen dich zum Staunen, und je mehr du sie im Licht der Sonne drehst und wendest, desto schöner brechen sich ihre Facetten.

Europa ist nach Australien der zweitkleinste Kontinent der Erde.
…und manchmal findet man Edelsteine doch wie Sand am Meer. Sie glitzern und funkeln, bringen dich zum Staunen, und je mehr du sie im Licht der Sonne drehst und wendest, desto schöner brechen sich ihre Facetten.
Da stand ich nun am Strand. Den Wind in den Haaren und konnte das Salz auf den Lippen schmecken. Ich spürte den weichen Sand zwischen meinen Zehen. Vor mir lag das Meer, die Wellen rauschten. Links und rechts kilometerlanger Strand, hinter mir die hohen Dünen.
Im Südwesten von England liegt die Stadt der träumenden Turmspitzen. Eine Stadt, so voller Magie, Architektur, Wissen und Literatur, dass es nicht verwundert, dass ihr Name weltbekannt ist. Oscar Wilde, Stephen Hawking und C.S. Lewis nannten sie zeitweise ihr zu Hause, und J.R.R. Tolkien schenkte uns mehr als nur ein paar Bücher über Hobbits, Elben und Zwerge, während er hier lehrte: Oxford.
Zwei Wochen Urlaub und ich bleibe zuhause. Nicht, weil mir das Geld ausgegangen oder die Abenteuerlust vergangen ist. Ich möchte einfach tun, was mir gefällt – und das geht auch vor der eigenen Haustür.
Leer. Ausgebrannt. Lustlos. Gefühle, die viele von euch sicher auch schon einmal kennengelernt haben. Für mich waren diese Emotionen ein Weckruf: Höchste Zeit, mal wieder Zeit zu haben. In Nordfriesland in Sankt Peter-Ording und Simonsberg habe ich zwischen Dünen, Deichen und Schafen weit mehr gefunden, als nur ein Wochenende Entspannung.
Gerade zu Beginn eines neuen Jahres genieße ich es, Ruhe und Stille zu finden. In mich zu gehen, nachzudenken, vielleicht auch einfach nur zu sein. Wenn wir es uns erlauben, leise zu werden und ohne Wertung zu beobachten, was in unseren Köpfen vorgeht, finden wir manchmal Antworten auf Fragen, die uns schon lange geplagt haben. In Thüringens Hauptstadt Erfurt habe ich drei Tage verbracht und habe drei Orte entdeckt, die mir geholfen haben, ruhiger und gelassener zu werden.
Nachts liegt sie still und friedlich da, la serenissima. Morgens dann klappern die carelli durch die Gassen, liefern frisches Brot und neuen Wein in die trattorie, die ersten Vaporetti schippern durch den Canal Grande, verbinden die Inseln der Lagune mit dem Festland. Wenn die Menschen aus ihren Häusern strömen, über die Ponte degli Scalzi, Ponte dell’ Accademia, die Rialtobrücke eilen und in energischem venesiàn verhandeln, rufen, lachen, schimpfen und genießen, dann erwacht die herrliche città: Venedig, buongiorno!
Hat dich schon einmal eine Melodie durch einen Moment deines Lebens getragen? Hast du immer wieder diesen einen Ton gehört, den Rhythmus gespürt, zum Bass getanzt, mitgesungen und gewusst: Dieses Lied wird mich nie mehr loslassen? In den unendlichen Weiten der Toskana hat sich ein Lied dazu entschlossen, ein Teil von mir zu werden – oder vielleicht habe auch ich es zu einem Teil von mir gemacht.
„Kunst hat die Aufgabe wachzuhalten, was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist“, sagte einmal Michelangelo Buonarotti, in der Welt besser bekannt als der berühmte italienische Maler, Architekt, Dichter und Bildhauer der Renaissance und Schöpfer der Erschaffung Adams in der Sixtinischen Kappelle im Vatikan. Was der Künstler so treffend in Worte zu fassen wusste, ist heute wichtiger denn je: In Zeiten von Hektik, Digitalsucht und Bedeutungslosigkeit ist das, was uns aus dem Alltags- und auch Reisetrott reißt, ein Weckruf für die Seele.